"Klatsch und Tratsch" als Vorbild für selbstlernende Kommunikationsnetze

28.09.2016 -

Kaum etwas verbreitet sich so schnell und effizient wie ein Gerücht. Bei der letzten TEDx-Konferenz an der TU Hamburg-Harburg hat Prof. Dr. Anna Förster vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Uni Bremen (TZI) vor 500 Teilnehmern auf unterhaltsame Weise dargestellt, was sich aus den Strukturen des "Klatsch und Tratsch" lernen und auf digitale Kommunikationsnetze übertragen lässt:


(Bitte auf das Bild klicken, um zum Video zu gelangen)

Eine Grundidee besteht darin, dezentrale Netze zu schaffen, die auch beim Ausfall großer Teile der öffentlichen Infrastruktur funktionieren können. Um dies zu erreichen, sollen die mobilen Endgeräte, die sowieso jeder mit sich herumträgt, miteinander kommunizieren lernen. So können die Geräte beispielsweise automatisch Informationen über Gefahren weitergeben.

Aber auch außerhalb von Katastrophenszenarien hätte ein solches System Vorteile. Unsere Geräte könnten mittlerweile sehr leicht feststellen, welche Art von Informationen uns interessieren. Wenn zwei Geräte miteinander in Kontakt treten, werden genau diese relevanten Daten abgerufen. Der Absender registriert unterdessen, welche Informationen die anderen Geräte besonders häufig aufnehmen, und lernt dadurch, Daten nach Relevanz zu gewichten. Damit ähnelt das Prinzip stark der menschlichen Gerüchteküche. 

Prof. Förster hielt den Vortrag "Gossiping in digital communication networks" am 14. November 2015 vor rund 500 Besuchern; das Video dazu wurde kürzlich veröffentlicht. TEDx-Konferenzen basieren auf dem Format der jährlich stattfindenden TED-Konferenz (Motto: "Ideas worth spreading"), werden aber von lokalen Veranstaltern auf der ganzen Welt organisiert.

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