Ringvorlesung: "Universelle Eigenschaften des Entscheidens"

18.04.2016 -

Professoren aus unterschiedlichen Disziplinen werfen einen umfassenden Blick auf die Entscheidungsfindung von Organismen und unbelebten Prozessen

Professorin Dr. Anna Förster vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen hält am Mittwoch, 11. Mai, eine öffentliche Vorlesung zum Thema "Entscheidungsprozesse in Kommunikationsnetzen: Naturinspirierte Verfahren". Die Veranstaltung, die von 16 bis 18 Uhr im Cartesium (Enrique-Schmidt-Straße 5, Bremen) stattfindet, ist Teil einer umfassenden Ringvorlesung. Unter dem Titel "Universelle Eigenschaften des Entscheidens" geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes-, Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften in den kommenden zwei Jahren spannende Einblicke in die unterschiedlichen Sichtweisen und Fragestellungen der Entscheidungsforschung.

Dabei soll geklärt werden, welche Mechanismen von Entscheidungsprozessen es gibt und ob gemeinsame universelle Eigenschaften des Entscheidungsverhaltens existieren – und zwar unabhängig von einer speziellen Lebensform oder einem speziellen Prozess.

Die Ringvorlesung startete am 13. April 2016 und setzt sich nun im zweiwöchigen Rhythmus fort. Veranstaltungsort ist immer die Rotunde im Cartesium, Beginn um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ausgerichtet wird die Reihe von den Uni-Professoren Dagmar Borchers (Institut für Philosophie), Stefan Bornholdt (Institut für Theoretische Physik) und Hans-Günther Döbereiner (Institut für Biophysik).
 
Warum die Ringvorlesung?
 
Alle Lebensformen auf der Erde müssen Entscheidungen treffen, um zu überleben, Nachkommen zu sichern oder ihre spezifische Nische im Ökosystem unserer Erde auszugestalten und einzunehmen. Im täglichen Leben fällen Menschen ununterbrochen Entscheidungen, allein oder zusammen mit anderen.

Wir Menschen glauben, dass wir bewusste und wissensbasierte Entscheidungen treffen. Im Gegensatz dazu stehen einfache Lebensformen zum Beispiel Hydren oder Schleimpilze, die kein Gehirn oder nicht einmal ein Nervensystem haben. Doch auch sie zeigen ein komplexes Verhalten, um optimale Entscheidungen zu treffen, die ihr Überleben sichern.

Fasst man allgemein Entscheidungsprozesse als die Suche nach einer optimalen Lösung auf, lassen sich auch unbelebte Prozesse als Entscheidungsprozesse verstehen, wie sie zum Beispiel in der Logistik, Telekommunikation oder der Robotik auftreten.
 
An den Bremer Universitäten und Instituten spielt die Entscheidungsforschung sowohl in den Geistes- und Sozialwissenschaften als auch in den Ingenieur- und Naturwissenschaften eine Rolle. Die unterschiedlichen Sichtweisen werden im Rahmen der Ringvorlesung vorgestellt.

Das komplette Vortragsprogramm für die kommenden beiden Semester ist hier zu finden:
www.decisions.uni-bremen.de/decisions/

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