Zuverlässige Funktechnik für die Industrie 4.0

13.07.2016 -

Die Digitalisierung braucht eine zuverlässige, drahtlose Kommunikation in Echtzeit, so lautet die Botschaft der ZDKI-Konferenz (Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie), die am 20. und 21. Juni auf dem Forschungscampus der Robert Bosch GmbH in Renningen stattfand.

Die Arbeitsgruppe Nachrichtentechnik des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen (TZI) unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Armin Dekorsy ist gleich mit zwei umfangreichen Projekten im Forschungsprogramm ZDKI vertreten: Im Rahmen von „HiFlecs“, das von Dekorsy selbst geleitet wird, beteiligt sie sich an der Entwicklung eines neuartigen Funksystems für die Fertigungsautomation, während sie mit „BZKI“ die Begleitforschung des ZDKI-Programms unterstützt.
 
Die Hintergründe des Programms werden in diesem Video allgemeinverständlich erklärt:


Kabeltechnik genügt nicht den Anforderungen der modernen Industrie

Zu Beginn der Konferenz verwies Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), auf die hohe Bedeutung der Vernetzung für die Digitalisierung und die Industrie 4.0: „Roboter, die durch die Werkshallen streifen, Anlagen, die sich selbst organisieren, oder Bauteile, die sich autonom zu ihren Bearbeitungsmaschinen bewegen, können dies nicht mithilfe von Kabeltechnik tun.“

Dem drahtlosen Datenaustausch in den Werkshallen sind allerdings noch Grenzen gesetzt. Ausfälle, wie sie Privatnutzer zum Beispiel von ihrem Mobilgerät im Zug kennen, sind für Fertigungsprozesse nicht akzeptabel. Auch die relativ große Latenz – also die Verzögerungszeit – der bisherigen drahtlosen Kommunikation macht das Kabel im Industrieumfeld noch unverzichtbar.

Der Forschungsverbund ZDKI will dies ändern. Um die Kommunikationsprobleme in der Industrie 4.0 zu lösen, arbeiten unter seinem Dach acht Projekte an unterschiedlichen Anwendungsfeldern und mit verschiedenen Ansätzen – darunter HiFlecs. Die Projekte adressieren zwei zentrale Forderungen für kabellose Kommunikation: Zuverlässigkeit sowie geringe Latenzzeiten. Damit legen sie die Grundlage für die Industrie 4.0.
 
Staatssekretär Müller fordert interdisziplinäre Zusammenarbeit

Gefördert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Mit der Begleitforschung sind das ifak, die Universitäten aus Bremen, Dresden und Kaiserslautern sowie die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im VDE betraut.

Die Arbeit des Förderprogramms hat große Bedeutung für den Standort Deutschland, wie Stefan Müller, parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, hervorhob. „Deutschland ist der Fabrikausrüster der Welt“, so Müller, „doch es wäre riskant und kurzsichtig, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.“ Er forderte für Deutschland eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit, wie dies bereits in den ZDKI-Projekten der Fall ist.

Weitere Informationen:
www.industrialradio.de

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