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Intelligente Objekte in der Arbeits- und Lebenswelt
„Intelligente Objekte“ organisieren, strukturieren und unterstützen uns in unserem Alltag und in unserer Arbeitswelt. Sie sind nicht mehr wegzudenken, sei es der Sensor im Fahrstuhl, der selbsttätig bei Nicht-Benutzung in den Energiesparmodus schaltet, das Gewicht der Fahrgäste unmerklich misst, um eine Überlast zu verhindern und die Tür so lange nicht schließt, wie sich Körper und Gegenstände noch in Türnähe befinden. Sei es der RFID Chip, der ganze Warenketten für KundInnen unsichtbar organisiert und die logistischen Wege über mitdenkende Sensoren optimiert. Sei es der Einsatz eines Roboters in Krisengebieten und unwegsamen Gelände, der anstelle des Menschen und zu dessen Schutz die Lage vorsondiert. Sei es der „geführte“ Stadtbummel mit Hilfe eines PDAs, ähnlich einem Handy, welcher KundInnen zum Beispiel über Artikel in „Übergrößen“ oder über Sonderangebote informiert, oder sei es die Bereitstellung von Hintergrundinformationen zu historischen Bauten und Ereignissen bei einer Stadtbesichtigung. Solche innovativen Systeme können darüber hinaus ältere Menschen dabei unterstützen, selbständig und eigenverantwortlich länger in der gewohnten Umgebung zu leben und zu arbeiten, sie assistieren aber auch Technikern bei der Wartung von komplexen Maschinen und Anlagen und helfen Ärzten mit der richtigen Information zur richtigen Zeit dabei, ihre PatientInnen optimal zu versorgen.
Unsere Lebens- und Arbeitswelt ist heute schon geprägt und durchdrungen von „intelligenten Objekten“ zur Organisation, Unterstützung und Übernahme von routinierten und besonderen Aufgaben für den Menschen.
Intelligente Objekte schaffen ein neues Verhältnis von Mensch, System und Umgebung. Während bei konventionellen mobilen Anwendungen eine Konzentration auf das Gerät erforderlich ist, arbeiten intelligente Objekte im Hintergrund. Wie ein Souffleur verfolgen sie permanent Situationen und Aktionen und stellen bedarfsgerecht Informationen bereit.
Voraussetzung für solche Systeme sind komplexe Sensoren, die die Umgebung richtig deuten und erkennen, was zu tun ist. Die Kontexterkennung erfordert deshalb einen sensiblen Umgang gegenüber NutzerInnen, damit diese sich nicht getrieben oder übergangen fühlen. Anders gesagt: Der Computer muss auch auf NutzerInnen Rücksicht nehmen, die z. B. den Anweisungen nicht sofort folgen, sei es aus Eigensinn, oder weil sie die Anweisungen nicht verstehen.
Zu diesem Themenfeld bereitet das Technologie-Zentrum Informatik in Kooperation mit dem Institute of Electronic Business Berlin unter dem Dach des Konvents für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften – acatech/Themennetzwerk Informations- und Kommunikationstechnologien ein Forschungsprojekt vor. In Vorbereitung hierauf wurde im April 2007 mit namhaften VertreterInnen aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein initialer Workshop in Berlin durchgeführt mit dem Titel: „Das Objekt redet mit. Intelligente Gegenstände im wirtschaftlichen und privaten Alltag.“
Aufgabe des Projektes ist es, das Forschungsfeld „intelligente Objekte“ erstmals in seiner bisherigen Breite zusammenzuführen und neue handlungsleitende Empfehlungen für Unternehmen und Forschungseinrichtungen, aber auch für zukünftige Förderlinien daraus abzuleiten. Es sollen auf der Grundlage der bisherigen Aktivitäten in diesem Feld die Potentiale und mögliche Synergien erarbeitet werden, sowohl auf unternehmerischer Seite wie auch hinsichtlich künftiger Forschungsaktivitäten. Ebenso sollen Modelle und nachhaltige Konzepte der Verwertung im Rahmen von Geschäftsmodellen entwickelt werden.
Dadurch wird erstmals für Deutschland eine Zusammenschau der betreffenden Forschungsaktivitäten erarbeitet und nicht nur die unter Beteiligung deutscher Forschungseinrichtungen und Unternehmen aktuell vorangetriebene Forschung im Querschnitt dokumentiert, sondern es wird ein inhaltlicher Anschub geleistet, mit dem richtungweisende Impulse für zukünftige Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gegeben werden können. Das Projekt verknüpft daher erstmals und integral die Arbeit der Träger von Förderlinien mit den besonderen Erfordernissen und dem Bedarf von Unternehmen und Forschungsinstitutionen.
Als Konvent für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften will acatech mit diesem Vorhaben einen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland mit seiner technologischen Leistungsfähigkeit auch weiterhin zur Weltspitze zählt.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Otthein Herzog
Iris Bockermann
TZI - Technologie-Zentrum Informatik
Universität Bremen
Am Fallturm 1
28359 Bremen
E-Mail: herzog(at)tzi.de
Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer
Florian Resatsch
Institute of Electronic Business - ieb
An-Institut der Universität der Künste Berlin
Hardenbergstraße 9A
10623 Berlin
E-Mail: schildhauer(at)ieb.net



