Das TZI auf europäischem Erfolgskurs
Das TZI auf europäischem Erfolgskurs
Die erfolgreiche Akquisition von Fördermitteln für Forschungsprojekte ist eine wichtige Voraussetzung für das TZI. Auf der einen Seite werden dadurch externe Investitionsmittel auf dem Gebiet der Hochtechnologien nach Bremen geholt, was Substanz für die nachhaltige Positionierung des Landes als Hightech Wirtschaftsstandort liefert. Auf der anderen Seite finanzieren die Mittel den wesentlichen Anteil der WissenschaftlerInnen am TZI, die in ambitionierten Forschungsprojekten die Grundlage für ihre eigene Weiterqualifikation finden. Hierdurch wird unmittelbar dem vieldiskutierten Fachkräftemangel der IKT-Branche entgegengewirkt und somit zur Steigerung der Attraktivität und Innovationsfähigkeit des Standorts beigetragen.
Das erfolgreiche Einwerben von Forschungsgeldern der Europäischen Union ist in den vergangenen Jahren stetig aufwändiger und schwieriger geworden. Umso mehr freut es uns, dass wir gleich vier neue EU-geförderte Projekte starten konnten. Zwei Projekte werden vom TZI koordiniert und an zwei weiteren nimmt das TZI als Partner in hochkarätigen Konsortien teil. Insgesamt stehen hierdurch für die folgenden Jahre von gut 3 Mio. Euro neuer Projektmittel für anwendungsorientierte Forschung und damit auch zur Weiterentwicklung des Landes zur Verfügung. Das TZI sieht sich deshalb auf einem guten europäischen Kurs und setzt durch diesen Erfolg seine Verankerung in Europa fort.
CHRONIOUS
Chronische Beschwerden erfordern für Betroffene neben der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten Umstellungen im Lebensstil wie beispielsweise das Einhalten einer Diät oder regelmäßige Gymnastik. Im Projekt CHRONIOUS wird eine Europäische Plattform zum generischen Monitoring des Gesundheitszustands chronisch Kranker entwickelt. CHRONIOUS wird eine Wearable Plattform mit mehrparametrischer Sensorsignalverarbeitung verwenden. Damit sollen chronisch Kranke in der Langzeitbehandlung unterstützt werden. Das System soll sie und das Betreuungspersonal bei Unregelmäßigkeiten warnen. In erster Linie soll es Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen helfen. Der Projektstart ist der 1.2.2008, die Projektlaufzeit beträgt 42 Monate. Insgesamt 19 Partner sind an diesem von TESAN/Italien koordinierten Projekt mit einem Gesamtbudget von 10,4 Mio. Euro beteiligt. Mit seiner Kompetenz auf dem Gebiet des Wearable Computing ist das TZI am Integrierten Projekt CHRONIOUS beteiligt. Zusammen mit der Hochschule für Sport in Köln, dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen sowie vier weiteren Partnern aus der Schweiz, Großbritannien, Griechenland, Zypern und der Schweiz wird in CHRONIOUS das Patient Sensing Framework vom TZI entwickelt. Dieses Projekt ist fest im Leitthema „Mobile Lösungen“ verankert.
GAMA
entwickelt den Zugang zu Videokunst in Europa
Im Dezember 2007 hat am TZI das Kickoff Meeting für das EU-Projekt „Gateway to Archives of Media Art“ (GAMA) stattgefunden. Das Projekt GAMA hat sich mit 19 internationalen Partnern zum Ziel gesetzt, Medienkunst in Europa systematisch zu erfassen und zu erschließen, die Vernetzung der für die Video-Kunst wichtigen kulturellen Einrichtungen, Museen, Hochschulen und Universitäten zu befördern und ein Gemeinschaftsportal zur Dokumentation und Präsentation von Video-Kunstwerken und Ergebnissen der kulturwissenschaftlichen Forschung aufzubauen. Das Projekt wird von der EU im eContentplus Programm mit insgesamt 1,2 Mio. Euro gefördert und fügt sich in das Leitthema „Digitale Wirklichkeit” ein.
CHIANTI
TZI entwickelt zukünftige Internet-Protokolle für robuste und kostengünstige Mobilkommunikation Am 1.1.2008 hat das vom TZI koordinierte Projekt CHIANTI (Challenged Internet Access Network Technology Infrastructure) begonnen, in dem das TZI innerhalb des Leitthemas „Adaptive Kommunikation“ mit einem schlagkräftigen Konsortium aus Industriepartnern und Universitäten Technologien für die robuste und kostengünstige Mobilkommunikation in schwierigen Netzumgebungen entwickelt – z. B. um Passagieren in Zügen ein produktives Arbeiten mit dem mobilen Internet zu ermöglichen. Anders als andere Ansätze entwickelt CHIANTI Technologien, die nicht auf eine flächendeckende Netzabdeckung angewiesen sind. Stattdessen wird der CHIANTI-Ansatz das Arbeiten trotz Unterbrechungen und sich ändernder Netzeigenschaften ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zur produktiven Nutzung heutiger und zukünftiger Netze in mobilen und nomadischen Szenarien leisten. Weitere Informationen: http://
www.chianti-ict.org/
4WARD
Im 4WARD-Projekt werden aufbauend auf der Erkenntnis, dass die Internetarchitektur den zukünftigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden kann, grundlegend neue Konzepte und Architekturen für zukünftige Kommunikationsnetze entwickelt. Dabei bezieht sich die Kommunikation nicht mehr auf Geräte, sondern auf Informationen. Generische Pfade lösen Verbindungen ab und bieten z. B. die Möglichkeit, neue Ansätze wie Network Coding und Cooperative Coding in drahtlosen Netzen zu nutzen. Weiterhin soll das Netzmanagement nicht über dedizierte Netze, sondern im zu managenden Netz selbst erfolgen. Heterogene Netze und Architekturen sollen durch Virtualisierung in diese neue Architektur eingebunden werden. 37 Partner forschen in den nächsten zwei Jahren an dem Projekt, das von Ericsson geleitet wird. Das TZI leitet zusammen mit Nokia Siemens Networks das Arbeitspaket Netzvirtualisierung.
Dr. Michael Boronowsky



