Neues Graduiertenkolleg
Neues Graduiertenkolleg erleichtert den alltäglichen Umgang mit Digitalen Medien

- Benjamin Walther-Franks und Lasse Schwarten
Das interdisziplinäre Doktorandenprogramm für Digitale Medien am TZI sucht Lösungen für Probleme des digitalen Alltags
Umgeben von mehr und mehr konfigurierbaren digitalen Geräten suchen auch die Doktoranden des Graduiertenkollegs "Advances in Digital Media" nach geeigneten Interaktionsformen in dem wuchernden Informationsdickicht des Internetzeitalters. Zum Beispiel untersucht der aus der Softwareindustrie zurückgekehrte Diplom-Informatiker Lasse Schwarten zusammen mit Benjamin Walther-Franks (MSc. Digitale Medien) neue Formen der "intelligenten" Interaktion mit mobilen Geräten, die sowohl vernetzt als auch mit aktueller Sensorik ausgestattet sein können. Dadurch entstehen adaptive multimodale Systeme, die prototypisch realisiert und evaluiert werden. Diese Systeme können später in Forschungsprojekten aber auch für praktische Anwendungen genutzt werden.
Getrieben von der gemeinsamen Fragestellung, wie in Zukunft adaptive digitale Medien zum Nutzen der Anwender gestaltet werden können, suchen die neuen Doktoranden des TZI-Graduiertenkollegs wie Lasse und Benjamin nach neuen Lösungen für innovative Technologien und Anwendungen. Ermöglicht wird ihnen dies durch Dr. h.c. Klaus Tschira. Er ist einer der Gründer des Softwarehauses SAP und fördert durch die Klaus Tschira Stiftung gGmbH das Bremer Kolleg, zu dessen Eröfnung er im April selbst in Bremen anwesend war. Über einen Zeitraum von fünf Jahren können insgesamt bis zu 19 Stipendien an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben werden.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Malaka beteiligen sich fünf Hochschullehrer des TZI an dem Kolleg, womit es breit im TZI-Leitthema "Digitale Wirklichkeit" verankert ist. Über die neuen Promotionsarbeiten wird die Forschung am TZI und der Universität Bremen gestärkt. Darüber hinaus wird - neben den Bachelor- und Diplom-/Master-Studiengängen - das Angebot der akademischen Ausbildung im Bereich der Digitalen Medien um ein koordiniertes Promotionsprogramm erweitert. Das Graduiertenkolleg ist offen für die Assoziierung weiterer Doktoranden und betreuender Hochschullehrer. Darüber hinaus bestehen intensive Kooperationen mit der Hochschule für Künste Bremen, der Hochschule Bremen, sowie den Heidelberger Forschungsinstituten EML Research und European Media Laboratory.
Die Forschungsarbeiten im Graduiertenkolleg sollen helfen, Wege aus dem Dschungel des digitalen Alltags zu finden und den alltäglichen Umgang mit digitalen Medien erleichtern. Den Digitalen Medien kommt dabei - als Mittler zwischen Menschen und Maschinen - im Bereich "Everyday Computing" eine zentrale Rolle zu. Die Entwicklung geeigneter intelligenter Interaktionstechnologien, die sich z.B. an die aktuelle Situation anpassen können, steht dabei genauso im Vordergrund wie deren Benutzer- und Bedienfreundlichkeit (usability).
Im Graduiertenkolleg werden Themen anwendungsorientiert bearbeitet. Die untersuchten Szenarien haben sowohl Digitale Medien für Privatanwender als auch ihren Einsatz in der Industrie, Kunst, Unterhaltung und Bildung zum Ziel. Da die Themengebiete von Natur aus interdisziplinär sind, ist das Graduiertenkolleg entsprechend breit angelegt.
Das Kolleg wird durch ein Begleitprogramm mit fokussierten Weiterbildungsangeboten und Workshops ergänzt, wodurch die Stipendiaten in interdisziplinären Veranstaltungen auch benachbarte Disziplinen und Inhalte kennen lernen können. Innerhalb des Programms sollen die Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit bekommen, zügig in maximal drei Jahren zu promovieren. Durch ihre Forschungsarbeiten leisten Lasse Schwarten und Benjamin Walther-Franks sowie die weiteren Doktoranden des Kollegs einen wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Exzellenz und Weiterentwicklung der Bremer Informatik und des TZI.


