Spitzentechnologie und Kinder

Spitzentechnologie und Kinder – ein Widerspruch?

Das TZI engagiert sich und investiert in die Bildung der jungen Generation

Spitzentechnologieforschung und spielerischer Entdeckungsgeist von Kindern und Jugendlichen passen nicht zusammen? Doch, sagt das Technologie-Zentrum Informatik und bietet einen besonderen Workshop für junge Forscher/innen im Alter von 9 bis 13 Jahren an. Bei diesem Workshop kommen tragbare Computer-Technologien (Wearables) zum Einsatz, die gerade im Rahmen des EU-Projektes wearIT@work entwickelt werden. Diese neuartigen Technologien dienen beispielsweise dazu, Computer über Gesten zu steuern, statt wie bisher über Maus und Tastatur. Die Teilnehmer/innen werden Gestenerfassungsgeräte wie Handschuhe mit Neigungssensoren kennen lernen, mit ihnen arbeiten und Robots selber konstruieren und programmieren. Die jungen Forscher/innen sollen dann selbst einfache Gestenerfassungsgeräte konzipieren und konstruieren.

Dazu werden „smarte Textilmaterialien" eingesetzt mit leitfähigem Garn. Das alles muss natürlich programmiert werden. Auch das machen die Teilnehmer/innen selbst über eine speziell für Kinder und Jugendliche entwickelte Programmierumgebung.

Für die Wissenschaftler/innen des Forschungsprojektes wearIT@work ist dabei interessant, für welche Gesten sich die Technologieneulinge entscheiden, um ihre Umwelt zu beeinflussen. Kinder und Jugendliche gehen unbeschwert und mit viel Fantasie an neue Technologien heran. Unterstützend ermöglicht das Theater der Versammlung der Universität den Teilnehmer/innen in diesem Projekt eine bewusste Auseinandersetzung mit Gestik. Die Forscher/innen der Universität erhoffen sich, dass Gesten zur Steuerung von Computern gefunden werden, die intuitiv ausführbar sind. Und die Teilnehmer/in-nen gewinnen Einblick in Technologie und Wissenschaft, sie können entdecken und verstehen, was hinter den Technologien steckt und erwerben so Selbstvertrauen im aktiven Umgang mit und der Gestaltung von Digitalen Technologien.

Dieser Workshop ist eine Aktivität im Rahmen des Engagements des TZI für Bildung. Allein im Jahr 2006 hat das TZI zwölf Workshops für Kinder und Jugendliche und zum Teil für deren Eltern ausgerichtet. Gefördert durch die swb Bildungsinitiative, dem DJH Landesverband Unterweser-Ems e.V., der Daniel-Schnakenberg-Stiftung, dem Deutschen Kinderhilfswerk und der Stiftung Alten Eichen wurden für unterschiedliche Zielgruppen Angebote entwickelt. Für jede Zielgruppe wurde ein pädagogisches Konzept erarbeitet, ein spannendes Thema kreiert, Materialien ausgesucht und angepasst, ein passender Ort ausgewählt und zum Teil ein Nachbetreuungsprogramm entwickelt, das die Nachhaltigkeit sichert. Spezifische Angebote wurden u.a. entwickelt für Mädchen, für Jungen, für Kinder mit Migrationshintergrund, für Eltern mit Kindern, für Kinder in Heim-unterbringung und für Schulen in sozialen Brennpunkten. Darüber hinaus ermöglichte das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Senator für Bildung geförderte Projekt ROBOT vielen Bremer Kindern und Jugendlichen die Vorbereitung und Teilnahme am RoboCup 2006 in Bremen. Auch dieses Projekt wird im Hinblick auf den RoboCup 2007 fortgeführt.

Mit seinem Engagement für Bildung übernimmt das TZI Verantwortung für gesellschaftspolitische Aufgaben. Ganz im Sinne des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU fördert das TZI das Interesse an Wissenschaft nicht nur für junge Leute, sondern versucht auch ein breites Publikum für die Technologien von morgen zu interessieren und ihnen so eine frühzeitige Teilnahme zu ermöglichen. Durch die Breite und Offenheit der Forschung und Entwicklungsarbeit und durch den interdisziplinären Charakter vieler Projekte ist das TZI für die zukünftigen Herausforderungen gut aufgestellt.

Heidi Schelhowe
Gerald Volkmann
Torsten Grüter

 

********************
Falls Sie Interesse an den Workshops haben, senden Sie bitte eine E-Mail an Tatjana Hauk (hauk@tzi.de); Sie werden dann regelmäßig über unser Workshop-angebot für Kinder und Jugendliche informiert.