Virtuelle Gemeinschaften

Virtuelle Gemeinschaften im Gesundheitswesen

Gegenwärtig stößt das Gesundheitsweisen an seine Grenzen. Die von den Patienten und Patientenorganisationen eingeforderte Betreuung und Beratung bzw. die fundierte, langfristige Erforschung von Therapieformen gerade bei chronischen Krankheiten kann nicht mehr in wünschenswerter Qualität sichergestellt werden. Im Gesundheitswesen müssen für Qualitätssicherung oder für Studien Daten aus vielen Quellen und über einen langen Zeitraum erhoben werden. Aufwand und Kosten begrenzen heute faktisch Quantität und Qualität der Daten und ihrer Auswertung. Mündige Patienten und Patientenorganisationen erwarten darüber hinaus, in der Restrukturierung des Gesundheitswesens einbezogen zu werden und sie sind bestrebt, die Qualität ihrer medizinischen Versorgung in allen Aspekten (Information, Forschung und Therapie) zu optimieren.

Das TZI will zusammen mit Projektpartnern einen neuen Ansatz des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen entwickeln und umsetzen. Virtuelle Gemeinschaften von Patienten sollen in die Lage versetzt werden, eine aktive Rolle im Gesundheitswesen zu spielen. Unsere Ziele sind:

  • Virtuelle Gemeinschaften als Anlaufpunkt für Information und Beratung im Gesundheitswesen zu etablieren und damit die Information von Patienten zu verbessern.
  • Gemeinschaften von Patienten eine Möglichkeit zu schaffen, strukturiert und langfristig Daten zu erheben und Studien durchzuführen und damit die Forschung voranzubringen.
  • Langfristig virtuelle Gemeinschaften als Partner neben Krankenkassen, Ärzteverbänden und Pharmaunternehmen im Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen zu etablieren.

Durch virtuelle Gemeinschaften soll die Qualität der medizinischen Versorgung im Sinne der Patienten verbessert werden. Patienten stehen in diesem Ansatz im Zentrum – sie erhalten die Möglichkeit, sich zu organisieren und aktiv in der Gestaltung des Gesundheitswesens mitzubestimmen.

Innerhalb des Projekts sollen virtuelle Gemeinschaften aufgebaut werden. Für diese Gemeinschaften werden Aufgaben definiert, die diese Gemeinschaften übernehmen sollen. Die dafür notwendigen Dienste und Prozesse werden entwickelt und vom TZI im Rahmen dieses Projektes für die Gemeinschaften bereitgestellt. Zusammen mit Patientenorganisationen werden Konzepte des Managements entwickelt und umgesetzt. Mittel- oder langfristig kann der Ansatz virtueller Gemeinschaften mit elektronischen Patientenakten oder Disease Management Programmen kombiniert werden.

Das TZI stellt für dieses Projekt ein Projektkonsortium zusammen. Neben dem TZI sind Teil des Konsortiums, die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V. als Repräsentant einer Gruppe von chronisch Kranken. Das Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen, ist im Konsortium für die Entwicklung neuer, für virtuelle Gemeinschaften geeigneter Studien zuständig. Der Freie Software Spezialist GONICUS GmbH hat langjährige Erfahrung beim Aufbau, der Absicherung und dem Betrieb von Client-Server-Infrastrukturen und ist für den sicheren Betrieb der IT-Infrastruktur zuständig.

Achim Dannecker, Prof. Ulrike Lechner