| Autor: R.Stahl | Erstellt am: 28.11.1996 | Zuletzt geändert: 2.1.1998 | Hier könnten Sie als Sponsor genannt sein! |
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Alter Inhalt:
Wie bereits angedeutet sind es unter anderem die räumlichen
Auswertemöglichkeiten, die GIS von reinen CAD- oder Desktop-Mapping-Programmen
unterschieden. Während letztere lediglich vorhandene Daten visualisieren, übereinander
legen und im besten Fall Sachdaten statistisch auswerten können (Business Graphiken,
Diagramme, thematische Karten), erzeugt ein GIS auch neue Information, z.B. durch
echte Verschneidung.
Aber schon die einfache geometrische Bearbeitung (z.B. Teilen, Zusammenfügen von
Flächen) macht die Unterschiede deutlich. Sowohl beim Teilen, wie auch beim Vereinigen
von Flächen können Attributwerte (Sachdaten) weitergegeben werden. Diese Weitergabe
sollte über Parameter eingestellt werden können, welche die relative Größe der
Flächen berücksichtigen. Beim Vereinigen kann also z.B. die neue Fläche die Attribute
der größten Ausgangsfläche übernehmen. Beim Teilen kann z.B. die größte der neuen
Flächen die Attribute der Ausgangsfläche erhalten. Prinzipiell ist sogar eine Aufteilung
von Sachdaten auf die neuen Flächen denkbar, wenn der Attributtyp einen kontinuierlichen
Wertebereich hat (z.B. Real oder Integer). In der Regel ist die Weitergabe von
Attributwerten allerdings fachlich unkorrekt. Wird beispielsweise eine Waldfläche, für
die eine Anzahl Nistplätze von Vögeln ermittelt wurde, in zwei Teile geteilt, so ist
völlig unklar in welcher Teilfläche wie viele Nistplätze vorhanden sind.
Im Gegensatz zur Überlagerung erzeugt die Verschneidung entweder einen neuen Datensatz (Informationsebene) mit eigener Topologie und gemeinsamer Geometrie oder es werden Listen erstellt, die Wertberechnungen für die Teilflächen auf Basis von Ausgangswerten und Flächengrößen berechnen. Manche Systeme können mehrere Datensätze in einem Schritt miteinander verschneiden (Mehrebenen-Schnitt). In die Verschneidung können Auswertungsfunktionen (z.B. Gewichtung) integriert werden. Für die Übergabe von Sachdaten gelten im Fall der Erstellung eines neuen Datensatzes die oben genannten Probleme.

Abb.1: Möglichkeiten räumlicher Flächenverschneidung mit Berücksichtigung von Werten
und Flächengrößen
Puffern stellt ebenfalls eine wesentliche GIS-Funktionalität dar. Es besteht zwar mit zeichenorientierten Programmen die Möglichkeit, Randzonen zu visualisieren (im einfachsten Fall durch größere Linienbreiten), im GIS aber kann mit den Puffern weitergearbeitet werden. So kann z.B. festgestellt werden, welche Biotope in einen Korridor um eine geplante neue Straßentrasse fallen und wie groß ihr prozentualer Anteil am Gesamtkorridor ist. Es gibt sogar schon erste Ansätze solche Planungen voll automatisch durchzuführen, also das System eine Trasse nach bestimmten Regeln suchen zu lassen (z.B. Minimierung der betroffenen Schutzflächen, oder Trassenführung über die billigsten Grundstücke).